18
AUG
2017

Gute Konjunktur und hohe Auslastung der Unternehmen im Metallhandwerk zur Jahreshälfte

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v.l.n.r. Dr. Michael Oelck, Erwin Kostyra

Die konjunkturelle Lage im deutschen Metallhandwerk hat sich zur Jahreshälfte noch einmal verbessert. Fachkräftebedarf ist Wachstumsbremse. Preiswettbewerb belastet Rentabilität und Investitionsbereitschaft.

Das Konjunkturblitzlicht ist eine Gemeinschaftsaktion von Bundesverband und Landesverbänden des Metallhandwerks. Es erscheint zweimal pro Jahr. An der aktuellen Umfrage waren 729 Unternehmen beteiligt.

Zum Metallhandwerk gehören über 36.500 Metallbau- und Feinwerkmechanikbetriebe, die rund 57 Mrd. Umsatz erzielen und ca. 465.000 Menschen beschäftigen. Mit über 27.000 Auszubildenden gehört das Metallhandwerk zu den ausbildungsstärksten Branchen in Deutschland. Die 23.000 Metallbau-Unternehmen erwirtschaften jährlich mit rund 236.000 Beschäftigten über 27 Mrd. Euro Umsatz. Bei den 13.500 Unternehmen aus dem Bereich der Feinwerkmechanik mit 229.000 Be-schäftigten sind es etwas knapp 30 Mrd. Euro, da der Umsatz pro Beschäftigten dort rund zehn Prozent höher liegt.

„Die konjunkturelle Lage im deutschen Metallhandwerk hat sich aktuell noch einmal verbessert“, fasst Dr. Michael Oelck, neuer Hauptgeschäftsführer des BVM die Ergebnisse zusammen.  Über 8 % der Metallbaubetriebe und 12 % der Feinwerkmechanik-Unternehmen melden eine nochmals verbesserte Geschäftslage. Über 41 % verzeichnen eine gestiegene Auftragslage im Vergleich zum Jahreswechsel. Der Optimismus wird dabei von Erwartungen auf gleichbleibend hohem Niveau getragen. „Das Wachstum der vielen kleinen und mittleren Unternehmen wird je-doch von zwei wesentlichen Schwierigkeiten gebremst“; sagt Präsident Erwin Kostyra. 74% der Betriebe stellen den Fachkräftemangel als größtes Problem dar. Über 43 % klagen über ver-schärften Preiswettbewerb, was die Rentabilität und Investitionsbereitschaft belastet.

„Der Fachkräftebedarf spitzt sich immer mehr zu und bereitet uns große Sorge. Aufträge können mangels Fachpersonal nicht realisiert werden, trotz ansonsten guter Verfassung und technischer Ausstattung der Betriebe“, kommentiert Dr. Michael Oelck. „Der Bundesverband Metall liegt mit seinen Landesverbänden und Innungen daher richtig, wenn er einen Schwerpunkt auf die Image-werbung für die Marke Metallhandwerk legt. Und auf die Nachwuchswerbung, bei der die Berufs-orientierung bereits in den Schulen in den Regionen mit Material, Schulung und professioneller Begleitung intensiviert wird.“, führt Erwin Kostyra abschließend aus.

Einschätzung der allgemeinen Geschäftslage zum Ende der ersten Jahreshälfte 2017

Zum Ende des ersten Halbjahres 2017 ist die Stimmung im deutschen Metallhandwerk von weit-gehender Stabilität gekennzeichnet. Drei Viertel der Unternehmen schätzen ihre aktuelle Lage als gut oder besser ein, lediglich 7 % als ausreichend oder mangelhaft.

Allgemeine Geschäftslage Metallbau

Die wirtschaftliche Lage der rund 23.000 Metallbauunternehmen hat sich seit vier Jahren stetig verbessert. Mitte 2017 beschreiben knapp ein Viertel der Metallbauer ihre Lage als „sehr gut“. Das sind noch einmal 8 Prozent mehr als zum Jahreswechsel. 53 Prozent der Metallbauer beschreiben ihre Lage als gut. 16 Prozent der Unternehmen beschreiben ihre wirtschaftliche Lage als befriedi-gend, das entspricht ungefähr dem Wert zum Jahreswechsel 2016/2017.

Allgemeine Geschäftslage Feinwerkmechanik

Die wirtschaftliche Lage hat sich auch für die meisten Unternehmen der Feinwerkmechanik im Vergleich zum Jahresbeginn (+12%) weiter verbessert. 22 Prozent beschreiben ihre Lage als sehr gut. Die Zahl derjenigen, die ihre Lage als gut beschreiben, ist um gut 4% Prozent auf 48,6% Prozent gestiegen. Die Zahl der Unternehmen, die ihre wirtschaftliche Lage befriedigend finden, ist mit 20 Prozent zwei Prozent höher als zum Jahresbeginn. Gut 9% Prozent finden ihre Lage wirtschaftlich ausreichend oder mangelhaft. Alles in allem lässt sich feststellen: Immer mehr Un-ternehmen finden ihre Lage sehr gut, gut oder befriedigend.

Entwicklung des Auftragsbestands im zweiten Halbjahr 2016

Der Auftragsbestand im Metallhandwerk beträgt rund neun bis 10 Wochen. 41% der Betriebe verzeichneten seit Jahresbeginn 2017 gestiegene Auftragsbestände, 46% konnten ihr Niveau halten.

Erwartung an das zweite Halbjahr 2017
Das Metallhandwerk als Ganzes ist mit deutlichem Optimismus in das Jahr 2017 gestartet. Die Mehrzahl der Unternehmen rechnet auch für den Rest des Jahres mit einer stabilen Auftragslage. Rund 20% erwarten eine Verbesserung, gut 70% unverändertes Niveau.

Vor allem der Fachkräftemangel und unbesetzte Stellen bremsen das Wachstum aus. Preis-wettbewerb beim Kunden liegt derzeit an zweiter Stelle der Schwierigkeiten.

Wie auch im letzten Jahr, steht im Metallhandwerk die Sorge um den Fachkräftemangel bei den Schwierigkeiten an erster Stelle. Mit 74 Prozent steht dieses Problem an erster Stelle und ist noch einmal um 6 Prozent gestiegen. Für 43 Prozent der Betriebe bleibt die Sorge um den Preiswett-bewerb unverändert auf Platz 2 der aktuellen Herausforderungen.

Die Investitionsbereitschaft ist leicht gesunken

Nach wie vor ist die Investitionsneigung der Metaller gebremst: Lediglich 42% der Unternehmen planen weitere Investitionen, 54% der Unternehmen planen keine Investitionen.

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