Bisher war in Deutschland bei der Herstellung, Bemessung und Konstruktion von tragenden Bauteilen die Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Z-30.3-6 mit Geltungsdauer bis zum 01.05 2017 anzuwenden. Für die Konstruktion und Bemessung von Bauteilen und Verbindungen bezog sich diese Zulassung grundsätzlich auf die zurückgezogene Stahlbaunorm DIN 18800-1 bis -4:2008-11 und gab ergänzende Bestimmungen vor.

Die zwischenzeitlich vom DIN veröffentlichten europäisch harmonisierten Normen DIN EN 1993-1-4:2007-02 und DIN EN 1993-1-4/NA:2010-12 (Ergänzende Regeln für die Anwendung von nichtrostenden Stählen) waren vom DIBt und den Bundesländern nicht bauaufsichtlich eingeführt worden.

Am 12.05.2017 hat nun das DIBt eine neue Z-30.3-6 veröffentlicht, welche eine Geltungsdauer vom 01.05.2017 bis 01.05.2022 besitzt. Diese neue Zulassung enthält im Vergleich zur Vorgängerversion – insbesondere für die Bemessung und den Korrosionsschutz – wesentliche Änderungen, die ab sofort zu beachten sind. Bei den Vorgaben für die Konstruktion und die Bemessung von Bauteilen und Verbindungen bezieht sich die neue Zulassung nun auf die überarbeiteten Versionen der DIN EN 1993-1-4:2015-10 und DIN EN 1993-1-4/NA: 2017-01.

Das DIBt hat somit temporär den Eurocode 3 für die nichtrostenden Stähle nicht über die Liste der technischen Baubestimmungen eingeführt, sondern über den Umweg der neuen Allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung Z-30.3-6 bauaufsichtlich zugelassen.